Hier werden die zentralen Begriffe und Konzepte der non-positional Teacher Leadership (NPTL) Methode ausgeführt. Es hilft auch, die Konzepte zu verstehen, die nicht 1:1 vom Englische ins Deutsche übertragen werden können.

  • Abgleichprozess für Beurteilungsstandards (assessment moderation)
    Ein Verfahren zur Überprüfung von Beurteilungsstandards, welche üblicherweise eine Diskussion unter den Beurteilenden umfasst.
  • Agent:in des Wandels (agent of change)
    Ergreift die Initiative ergreift und leitet Aktivitäten die zu Veränderungen führen, wie z.B. die Kooperation unter Lehrpersonen.
  • Bedächtigkeit / gründliche Abwägung (deliberation)
    Der reflektierende Prozess der Entscheidungsfindung.
  • Beleg / Nachweis (evidence)
    Erschaffenes und Gesammeltes, das etwas belegt oder veranschaulicht.
  • Eigeninitiative (activism)
    In diesem Zusammenhang bezieht sich der Begriff auf Massnahmen von Lehrpersonen, um einen unterstützenden Rahmen für non-positional Teacher Leadership zu schaffen.
  • Einfluss (impact)
    Die Auswirkung von etwas; der daraus entstehende Nutzen; im Sinne der positiven Folgen des eigenen Handelns (als Lehrperson).
    (Es wird die Übersetzung des Begriffs «Impact» übernommen aus dem Buch Hattie, J. (2021). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen. (W. Beywl & K. Zierer, Hrsg.). Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren GmbH.)
  • Entwicklungsarbeit
    Strategische, fokussierte und bewusste Massnahmen mit dem Ziel, die berufliche Praxis zu entwickeln; ein über einen längeren Zeitraum stattfindender wiederholender und adaptiver Prozess.
  • Ermächtigung / Empowerment
    Andere Personen zu selbstständigem und selbstbestimmtem Handeln ermutigen und befähigen, damit sie ihre Umstände oder ihr Umfeld verändern und Einfluss ausüben können.
  • freundschaftliche Kritik (critical friendship)
    Einen Kollegen oder eine Kollegin in einer Art konstruktiv kritisieren, die auf unterstützende Weise herausfordernd ist.
  • Fürsprache (advocacy)
    Sich für die Idee der non-positional Teacher Leadership einsetzen und sie anderen Lehrenden und Personen näherbringen, die diese Idee unterstützen könnten.
  • Gemeinschaft (community)
    Eine Gruppe von Freiwilligen, die gemeinsame Ziele verfolgen, sich gegenseitig unterstützen und kritisch begleiten möchten.
  • Handlungsfähigkeit (agency) Die angeborene Fähigkeit des Menschen, auf die Welt einzuwirken, beispielsweise auf berufliche Umstände und soziale Strukturen, um etwas zu verändern.
  • Leadership, transformative
    Wenn Führungskräfte sich bemühen, das organisatorische Umfeld so zu verändern, dass es Veränderungen und Verbesserungen förderlicher ist – beispielsweise durch die Entwicklung einer professionellen Kultur.
  • Lehrpersonen, Schulpersonal (teacher)
    Alle Personen, die in einer Schule oder einer anderen Bildungseinrichtung in einer beruflichen Funktion tätig sind, unabhängig von ihrem Status, ihrer Qualifikation oder ihrer formalen Position. Der Index für Inklusion verwendet hierfür den Begriff ‘Schulpersonal’.
  • Nachhaltigkeit / Hinterlassenschaft (legacy)
    Was beobachtbar nach Abschluss des Projektes weiterhin selbst und von anderen praktiziert wird.
  • Netzwerken
    Zusammentreffen, um Erfahrungen auszutauschen und Wissen aufzubauen, indem einander erzählt, miteinander diskutiert und kritisch auseinandergesetzt wird.
  • non-positional Teacher Leadership (NPTL)
    Der Begriff bezieht sich auf die Idee, dass alle an Schulen tätigen Personen in der Lage sein sollten, unabhänig von Status oder formaler Position, Veränderungen anzustossen.
  • NPTL-PLG (professionelle Lerngemeinschaft)
    Gruppe von Lehrpersonen, die die NPTL-Workshops absolvieren und ein eigenes Entwicklungsprojekt umsetzen.
  • Portfolio
    Eine organisierte Sammlung von unterschiedlichen Nachweisen, die einen Entwicklungs- und Lernprozess veranschaulicht.
  • Praxisentwicklung
    Die Weiterentwicklung dessen, was Lehrpersonen und Schulen unternehmen, damit das Lernen der Schülerinnen und Schüler besser wird.
  • professionelle Kultur
    Das vorherrschende Geflecht aus Werten, Überzeugungen und Normen innerhalb einer bestimmten Schule, Einrichtung oder eines Systems.
  • Professionalität (professionality) – subjektive Perspektive
    Die persönliche Konstruktion der eigenen beruflichen Identität und Rolle.
  • Professionalität (professionalism) – objektive Perspektive
    Standardisierte Erwartungen an eine bestimmte Dienstleistung.
  • Prozessbegleitung, Prozessbegleiter:in (facilitator)
    Rolle, in der jemand andere bewusst befähigt und unterstützt. Führt die NPTL-PLG durch das NPTL-Programm und hütet die Rahmenbedingungen.
  • Reflexion
    Der einer Entscheidung vorausgehende Denkprozess.
  • Schlüsselziele des Wandels (agenda of change)
    Zielgerichtetes Vorhaben zur Neuausrichtung.
  • Schulleitung; Schulleiter:in – Direktor:in – Rektor:in
    Für den Betrieb und die Entwicklung einer Schule verantwortliche Person.
  • Spielregeln / Zusammenarbeitsvereinbarung (ground rules)
    Eine Reihe von in der professionellen Lerngemeinschaft vereinbarten Regeln (NPTL-PLG), die den Umgang miteinander klären und die persönlichen Grenzen der Teilnehmenden schützen.
  • Soziale Gerechtigkeit (social justice)
    Fairness und Gleichheit zwischen verschiedenen Gruppen in der Gesellschaft.
  • Soziale Reform
    Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft und in den Beziehungen zwischen deren verschiedenen sozialen Gruppen.
  • Teilnehmer:in
    Er oder sie hat sich bewusst dafür entscheiden, vollständig an einem non-positional Teacher Leadership Programm teilzunehmen und davon zu profitieren.
  • Tutorial
    Üblicherweise ein 1:1 Gespräch, mit dem Ziel, sein Projekt und die damit verbundenen Vorhaben zu reflektieren.
  • Vignette / Projektgeschichte
    Eine kurze, anschauliche Darstellung einer konkreten Situation oder eines Fallbeispiels in Form einer Erzählung, die typische Verhaltensweisen, Herausforderungen oder Entscheidungsprozesse in Bildungs- und Lernkontexten illustriert. Sie dient dazu, theoretische Inhalte praxisnah zu veranschaulichen, Reflexionen anzuregen oder Diskussionen zu fördern.
  • Wertorientierung (moral purpose)
    Die Verpflichtung, nach Grundsätzen und Werten zu handeln, um Fragen der sozialen Gerechtigkeit wie ungleiche Bildungsergebnisse anzugehen.
  • Workshop
    Zusammenfinden mehrerer Personen z.B. einer Lerngemeinschaft, um in Austausch und Reflexion gemeinsam zu forschen, zu klären und zu lernen.